PFAS im Wasser: Was sind Ewigkeitschemikalien und wie lassen sie sich entfernen?

Laboruntersuchung einer Wasserprobe auf PFAS

PFAS sind derzeit eines der meistdiskutierten Themen rund um Wasserqualität und Umweltschutz. Die sogenannten Ewigkeitschemikalien sind mittlerweile auch in der Schweiz in Gewässern und im Grundwasser nachweisbar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Umgang mit diesen besonders langlebigen Stoffen.

Doch was genau sind PFAS und welche Möglichkeiten gibt es, sie aus Wasser zu entfernen?

Was sind PFAS?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Dabei handelt es sich nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Chemikalien.

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften werden PFAS seit Jahrzehnten in zahlreichen industriellen Prozessen und Produkten eingesetzt. Sie sind unter anderem wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie thermisch und chemisch sehr stabil.

Genau diese Stabilität wird in der Umwelt jedoch zum Problem: Viele PFAS werden kaum abgebaut und können sich über lange Zeiträume in der Umwelt anreichern. Deshalb werden sie häufig als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet.[1]

PFAS sind auch in Schweizer Gewässern nachweisbar

PFAS sind längst kein rein theoretisches Umweltproblem. Untersuchungen des Bundesamts für Umwelt zeigen, dass sie auch in der Schweiz verbreitet vorkommen.

Bei einer Untersuchung von zwölf ausgewählten Schweizer Fliessgewässern wurden PFAS in allen untersuchten Wasserproben nachgewiesen.[2] Auch im Grundwasser sind sie verbreitet: Laut BAFU treten PFAS landesweit an knapp der Hälfte der Messstellen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA auf.[3]

Mögliche Eintragsquellen sind unter anderem Industrieanlagen, Deponien und der frühere oder teilweise noch bestehende Einsatz PFAS-haltiger Feuerlöschschäume.

Wie lassen sich PFAS aus Wasser entfernen?

Die Behandlung von PFAS-belastetem Wasser ist anspruchsvoll. Aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität lassen sich die Stoffe mit vielen herkömmlichen Verfahren nicht einfach abbauen.

Für die Entfernung beziehungsweise Abtrennung von PFAS aus Wasser kommen verschiedene Technologien infrage. Dazu gehören insbesondere:

  • Aktivkohle
  • Ionenaustauscher
  • Reverse Osmosis
  • Nanofiltration

Welche Technologie geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche PFAS vorhanden sind, in welcher Konzentration sie auftreten und welche weiteren Inhaltsstoffe das Wasser enthält.[4]

Auch die Art der PFAS spielt eine Rolle. Das BAFU weist beispielsweise darauf hin, dass bestimmte PFAS wie PFOS mit Aktivkohle entfernt werden können, während kleinere und mobilere PFAS deutlich schwieriger aus dem Wasser zu entfernen sind.[5]

Entfernen bedeutet nicht automatisch zerstören

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen der Entfernung von PFAS aus dem Wasser und ihrer tatsächlichen Zerstörung.

Verfahren wie Aktivkohle oder Umkehrosmose können PFAS aus einem Wasserstrom abtrennen beziehungsweise zurückhalten. Die Stoffe verschwinden dadurch jedoch nicht. Sie befinden sich anschließend beispielsweise in beladener Aktivkohle, einem Konzentrat oder einem anderen Reststoff.

Für eine nachhaltige Behandlung muss deshalb immer auch berücksichtigt werden, wie mit diesen PFAS-haltigen Stoffströmen weiter umgegangen wird.

Das BAFU weist darauf hin, dass PFAS aufgrund ihrer hohen Stabilität erst bei sehr hohen Temperaturen von über 1.100 °C zerstört werden.[1]

Wasseraufbereitung wird Teil der PFAS-Strategie

Mit zunehmendem Wissen über die Verbreitung von PFAS steigen auch die regulatorischen Anforderungen. In der Schweiz sind bereits verschiedene PFAS reguliert. Aktuell plant der Bundesrat zudem strengere Höchstwerte für PFAS im Trinkwasser und eine Annäherung an die Vorgaben der EU.[6]

Für Industrie und Wasserwirtschaft bedeutet das, Stoffströme künftig noch genauer zu betrachten und geeignete Behandlungskonzepte zu entwickeln.

Eine universelle Lösung für PFAS gibt es dabei nicht. Entscheidend ist vielmehr die Kombination aus Analyse, geeigneter Verfahrenstechnik und einem durchdachten Umgang mit den entstehenden Reststoffen.

Als Spezialist für industrielle Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung beschäftigt sich Aquaren mit genau solchen Herausforderungen: Wasserströme analysieren, geeignete Aufbereitungsverfahren kombinieren und Lösungen an die jeweilige Anwendung anpassen.

Quellen

[1] Bundesamt für Umwelt BAFU: PFAS – was ist das?, 9. Juli 2026.

[2] Bundesamt für Umwelt BAFU: PFAS in Fliessgewässern, Ergebnisse der Untersuchung ausgewählter Schweizer Fliessgewässer.

[3] Bundesamt für Umwelt BAFU: PFAS im Grundwasser, Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA, 27. Oktober 2025.

[4] U.S. Environmental Protection Agency EPA: Reducing PFAS in Drinking Water with Treatment Technologies. Informationen zu Aktivkohle, Ionenaustausch und Hochdruckmembranen zur PFAS-Abtrennung.

[5] Bundesamt für Umwelt BAFU: PFAS im Grundwasser: Den «Forever Chemicals» auf der Spur. Informationen zur Entfernung verschiedener PFAS aus Wasser.

[6] Schweizerischer Bundesrat / BAFU: PFAS: Konsumierende schützen und belasteten Betrieben eine Produktionsumstellung ermöglichen, 27. Mai 2026.